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Volles Haus beim Neujahrsempfang der Linken

Im Bistro „1680“ in Homburg - klare Kante zur Politik in Stadt und Land, gute Musik, perfekte Stimmung!

08.02.2026

  • Szene im Café 1680 am Neujahrsempfang der Linken
  • Barbara Spaniol (Kreisvorsitzende der Linken Saarpfalz)
  • Hannah Akgül (Sprecherin der Linksjugend Saar und stellvertretende Landesvorsitzende)

„Wir sind heute Abend sehr gut gelaunt, wir erleben nämlich mit unserer Partei seit dem letzten Jahr einen unglaublichen Aufwind!“ Mit diesen Worten eröffnete Barbara Spaniol, Kreisvorsitzende der Linken Saarpfalz, den traditionellen Neujahrsempfang der Linken mit Musik der „Firma Holunder“ und Catering von Daniel Schlosser. 

Begrüßen konnte sie neben zahlreichen alten und neuen Parteimitgliedern, Vorständen und Fraktionen der Linken in den Räten viele Vertreterinnen und Vertreter aus Kreistag und Stadtrat, der Stadtspitze, aus Vereinen in Homburg, von AWO bis Tafel, der IG Metall, von Homburger Unternehmen sowie seitens des Sports. „Zu uns kommt man halt gerne, das sehen wir heute wieder,“ so Spaniol mit einem Augenzwinkern. Das Konzept mit bekannten Köpfen wie Gysi, Bartsch und Ramelow, gemeinsam mit Shooting-Star Heidi Reichinnek, sei für Die Linke aufgegangen. Auch im Land funktioniere das Team aus bewährten und neuen jungen Köpfen, die sich enorm engagierten. Mit Blick auf Homburg brachte es Barbara Spaniol auf den Punkt: „Unsere Stadt liegt uns am Herzen, deshalb es ist auch so notwendig, dass das mit den Finanzen besser klappt und das ist und bleibt ein dicker Brocken für die Stadt: immer mehr Aufgaben mit immer weniger Geld stemmen, die Daseinsvorsorge, die öffentliche Infrastruktur für die Menschen vor Ort sicherstellen – das funktioniert kaum noch bis gar nicht mehr. Hier sind Bund und Land definitiv in der Pflicht, diese Misere zu beenden. Es braucht mehr Mittel im System, sonst sind Kreise, Städte und Gemeinden lahmgelegt.“ Vom Kreis müsse hier ebenfalls mehr Unterstützung für die Kreisstadt kommen – zum Beispiel für das Römermuseum, das mache mit seiner Strahlkraft ja nicht an der Stadtgrenze Homburg Halt. Barbara Spaniol weiter: „Wir haben im Stadtrat auch immer wieder für die Industriearbeitsplätze am Standort in unserer Stadt gekämpft - mit vielen Initiativen und Resolutionen, so auch Ende letzten Jahres nach den erneuten Hiobsbotschaften zum krassen Arbeitsplatzabbau bei BOSCH: ein Werk soll geschlossen werden, weit über tausend Arbeitsplätze sollten wegfallen, mehr als jede und jeder Dritte könnte betroffen sein. Zwar ist der Stellenabbau geringer ausgefallen, aber er ist immer noch heftig, es geht immer noch um 1000 Stellen.“ All das werde zeitlich gezogen, dank der Hartnäckigkeit von Betriebsrat und IG Metall. „Die Beschäftigten dürfen aber nicht als bloßer Kostenfaktor behandelt werden. Diese Menschen sind diejenigen, die mit ihrer Arbeit, mit ihrer Kompetenz und mit ihrer Motivation den Standort Homburg tragen. Das sind die, die Zukunft hier sichern, und die gehören an die erste Stelle und nicht der Profit. Alles andere ist verantwortungslos und letztlich unmoralisch,“ so der flammende Appell der Linken. Zum Aus der Schwarzenbach-Umgehung, das sich lange abgezeichnet habe, sagte die Kreisvorsitzende klar: „Ich habe Verständnis für die Menschen, die dort wohnen und die Hoffnung hatten auf Verkehrsentlastung. Nur diese Entlastung wäre nicht wirklich gekommen. Es wäre nur noch mehr Verkehr nachgekommen.“ Zu einer zeitgemäßen Verkehrswende gehörten eben mehr Investitionen in den Nahverkehr, in die Sanierung von Straßen und Brücken.“ Dagegen sei die S-Bahn Homburg-Zweibrücken eine echte Chance für die gesamte Region – für die Aufwertung des Homburger Hauptbahnhofs und für die umweltgerechte Anbindung der Biosphäre Bliesgau. Zum guten Leben vor Ort gehöre nicht nur die schnelle Mobilität, sondern auch Infrastruktur für Familien, also gute Kitas und ein gutes Ganztagsschulangebot. „Wir brauchen mehr Kinderbetreuung für unsere Familien in der Stadt. Denn fehlt der Kitaplatz, klappt es nicht mit der Arbeit. Die Eltern sind in Not und daher müssen Lösungen schneller auf den Tisch“, so Barbara Spaniol. „Auch für unsere Schulkinder in den sieben Grundschulen brauchen wir kindgerechte Klassenzimmer statt Containern, mit mehr Mitteln und weniger Bürokratie. Genauso muss dafür gesorgt werden, dass der Anspruch der Grundschulkinder auf Ganztagsbetreuung ab dem neuen Schuljahr auch tatsächlich funktioniert. Ebenso muss die echte Ganztagsgrundschule kommen - das ist schon lange ein Herzensthema von uns. Auch hier werden wir nicht locker lassen, genauso wenig wie beim kostenfreien Kita- und Schulessen,“ so Spaniol kämpferisch. Ein weiteres Thema treibt Die Linke Homburg um: „Wenn die Mieten auch hier unbezahlbar werden, dann ist das für die Menschen ein Riesen-Problem. Die Mietsteigerungen in Homburg sind die höchsten aller Kreisstädte. Wir brauchen dringend bezahlbaren Wohnraum und da ist das neue soziale Wohnquartier „Am alten Rathaus“ mit Wohnungen für Senioren, Studierende, Menschen mit Beeinträchtigungen, Alleinerziehende etc. eine Perspektive. Wir haben uns sehr dafür stark gemacht, aber all das wird nicht reichen. Wohnen ist Menschenrecht und dieses Recht hat jede und jeder!“ Volle Unterstützung gab es auf dem Empfang für den Warnstreik an der Uniklinik. Die Beschäftigten hätten Wertschätzung verdient und finanzielle Anerkennung anstatt Schweigen am Tarifverhandlungstisch. Eine weitere Herzenssache für uns Linke war an dem Abend der Sport, die Vereine und das Stadion. „Wir wissen alle, dass Sport verbindet, aber dafür muss auch in den Sport investiert werden. Unsere Vereine sind Dreh- und Angelpunkt für den Sport und das soll auch so bleiben. All das ist eine gute Marke für Homburg und deshalb stehen wir Linke auch nach wie vor selbstbewusst zum Ausbau des Waldstadions. Wir haben um die Mittel gekämpft, sie sind beschlossen, aber die Umsetzung ist immer noch schleppend“, kritisiert Barbara Spaniol. Auch fehlte in der Planung offenbar die Renovierung der maroden Umkleidekabinen und die Einrichtung eines Rot-Kreuz-Raumes. Hier setze Die Linke sich ein, damit nachgebessert werde. Bruno Leiner, Landesgeschäftsführer und Ortsratsmitglied in Erbach verwies auf die Erfolge der neu gewachsenen Partei, Die Linke erlebe wieder Zulauf. Er lobte die gute Zusammenarbeit und das Engagement der vielen neuen Mitglieder. „Das gibt Rückenwind. Entscheidend ist nun, die politische Arbeit wieder enger an die konkreten Probleme vor Ort zu binden – in den Orten und Stadtteilen, im Alltag. Die Gemeinsamkeit stärkt uns - wir wollen Lösungen finden, viel für die Leute erreichen und damit werden wir richtig groß,“ so Leiner. Der neue Landesvorsitzende, Florian Spaniol, verwies stolz auf die hohe Zahl von 672 Neu-Mitgliedern im Vorjahr. Die Wohnungsnot sei eines der drängenden Probleme, die Mieten zu hoch und fehlende 16000 Sozialwohnungen müssten endlich gebaut werden. Kritik übte der Landesvorsitzende auch an der Bildungspolitik: „Es geht einfach nicht länger an, dass ewig Lehrermangel herrscht und unsere Schulen sanierungsbedürftig sind. Das muss sich ändern. Auch steigt die psychische Belastung der Kinder und Jugendlichen. Das ist längst Realität. Deshalb brauchen wir mehr Schulsozialarbeit und endlich multiprofessionelle Teams an allen Schulen. Das Bildungssystem gehört generell überarbeitet, damit die Chancen steigen statt immer nur der Druck. Bildung darf nicht länger vom Geldbeutel der Eltern abhängen.“ Kein Verständnis zeigte Die Linke für die neue geplante Zentralklinik in Homburg. Erst habe man die I-Med gebaut, nun wolle man eine neue Klinik mit Kosten von über einer Milliarde Euro. „Das Geld gehört doch viel eher in die Sicherung aller regionalen Klinikstandorte – nur so wird die wohnortnahe Gesundheitsversorgung gesichert. Gesundheit darf keine Frage von Rendite sein!“‚ Scharf verurteilte Florian Spaniol die Schließungen der Geburtshilfe im ländlichen Raum und die gleichzeitige geplante Verlegung vom „Kohlhof“ mit Kinder- und Jugendmedizin nach St. Wendel. „Wir wehren uns mit vielen Menschen aus unserer Region gegen ein solch unsinniges Vorhaben. Der „Kohlhof“ muss bleiben und wir unterstützen die Volksinitiative dazu mit vielen Unterschriften unserer Gäste heute Abend,“ so der Landesvorsitzende. Zum Abschluss sprach die Sprecherin der Linksjugend Saar und stellvertretende Landesvorsitzende, Hannah Akgül: „Die Linke ist die einzige Partei, die Antifaschismus ernst nimmt.“ Sie sprach über Antisemitismus, rechten Terror und eine spürbare Verrohung der Gesellschaft. „Jüdinnen und Juden fühlen sich nicht sicher - auch hier im Saarland nicht mehr“, sagte sie und verwies auf Berichte aus der Synagogengemeinde. Sie erinnerte auch an die großen Demos vor zwei Jahren, gegen rechte Hetze. Der Satz „Nie wieder ist jetzt“ dürfe kein Ritual sein, die Erinnerung daran nicht verblassen. Gleichzeitig verband sie den Kampf gegen Rechts mit sozialen Fragen. Soziale Unsicherheit, Konkurrenzdruck und Perspektivlosigkeit seien der Nährboden für das Erstarken der rechten Parteien. Der „Ellenbogen-Egoismus“ dürfe sich nicht weiter durchsetzen. „Der Kampf gegen Rechts muss sich mit dem Wunsch nach einem besseren Leben verbinden“, sagte sie abschließend. 

  

Nach ernsten und kämpferischen Worten lud Die Linke die vielen Gäste zum lockeren Teil des Abends ein - bei gutem Essen, cooler Musik der Kult-Band „Firma Holunder“, Tanzen und Gesprächen wurde auf das neue Jahr 2026 angestoßen! © Text Die Linke Homburg, Rainer Bierth, Bilder: Chris Ehrlich



Bilder: Chris Ehrlich
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