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Straßburg-Fahrt 2022 des Johanneum

Teilnahme am „Parlement Européen des Lycéens“

  • Besuch unseres Leistungskurses Französisch bilingual im europäischen Schülerparlament in Straßburg

Auf den blauen Ledersesseln des großen Sitzungssaals im Louise-Weiss-Gebäude an der Allée du Printemps in Straßburg sitzen normalerweise die gewählten Vertreter*innen von über 440 Millionen Einwohner*innen der Europäischen Union. Vom 12. bis 13. Mai 2022 durften dort jedoch rund 360 Schüler*innen aus Gymnasien zahlreicher Mitgliedsstaaten der EU Platz nehmen, um im Rahmen des „Parlement Européen des Lycéens“ (PEL) an einer Simulation des europäischen Gesetzgebungsverfahrens und des Rates der Europäischen Union teilzunehmen. Organisiert wird das PEL von „Let’s Promote Europe“ (LPE), einem gemeinnützigen Verein mit Sitz in Saarbrücken, in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament. 
 
Wir - der EU-Französisch-Leistungskurs - haben uns über mehrere Monate inhaltlich für unsere Teilnahme an der Plenarsitzung vorbereitet. Dabei wurden Gesetzestexte gewälzt, Fakten zusammengetragen, Reden geschrieben und Änderungsanträge eingereicht, denn thematisch behandelte die Edition 2022 des PEL unter anderem die andauernde Klimakrise, die notwendige Ausweitung der Digitalisierung sowie mögliche Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz; aber auch außenpolitische Fragestellungen.
 
Nach der intensiven Vorbereitungszeit ging es dann endlich los nach Straßburg, der „Hauptstadt Europas“, zum lang erwarteten Abschluss-Event.
Straßburg empfing uns am ersten Tag mit stolzen 31 Grad und einem strahlend blauen Himmel, was die Sightseeing-Bootstour „Batorama“ auf der Ill zu einem Stresstest für die 50er Sonnenmilch machte. Völlig ``verstrahlt`` folgte danach noch eine Besichtigung des Straßburger Münsters, circa zweieinhalb Liter Mineralwasser und ein Eis später dann das gemeinsame Abendessen mit den anderen Teilnehmer*innen des PEL als Abschluss des Tagesprogramms. 
Am nächsten Morgen fuhren wir in gespannter Erwartung mit der Straßenbahn zum Parlamentskomplex - eine beindruckende Konstruktion aus Stahl und Glas. Nach intensiven Sicherheitskontrollen und der Akkreditierung waren wir dann endlich mittendrin im Herzen der europäischen Demokratie, wo wir zum ersten Mal „live“ auf all die anderen Teilnehmer*innen trafen, mit denen wir schon während der Vorbereitungszeit zusammengearbeitet hatten.
Letzte Vorbereitungen innerhalb der von den Schüler*innen vertretenen Fraktionen wurden getroffen und dann ging es auch schon in den großen Plenarsaal. Die Vorsitzenden eröffneten die Sitzung und damit die Debatte. Parteipolitisches Taktieren blieb dabei nicht aus, geknüpfte Allianzen wurden in letzter Sekunde abgesagt, die Parteien am rechten Rand des politischen Spektrums beklatschten sich nach Wortbeiträgen hauptsächlich selbst und es kam zu kontroversen Disputen rund um die im Vorfeld eingereichten Änderungsanträge zu dem besprochenen Gesetzestext. Mit diesen ersten Eindrücken verließen wir gegen 18.15 Uhr das Parlamentsgebäude und verbrachten den restlichen Abend im malerischen Straßburger Stadtkern mit seinen zahlreichen Kanälen und Brücken. 
Am letzten Tag ging es wieder früh los - die simulierte Sitzung des Rats der Europäischen Union stand an, bei der jede Schule einen Mitgliedsstaat repräsentierte. Wir durften Frankreichs Interessen vertreten und nach den obligatorischen Sicherheitschecks waren wir wieder mitten im Geschehen. Der „Digital Markets Act“ (DMA), ein wegweisender Gesetzentwurf zur Regulierung der Marktmacht von Unternehmen wie Amazon oder Facebook, wurde diskutiert - es stellte sich heraus: Die Interessen von 27 Staaten zu vereinen, ist schwerer als gedacht. Nach weiteren hitzigen Wortgefechten bedankten sich schlussendlich alle Teilnehmer*innen mit Standing Ovations für das Engagement des Organisationskomitees sowie den Teams vor Ort, die das PEL überhaupt erst ermöglicht haben.
 
Abschließend steht für uns alle fest: die Europäische Union und die Demokratie im Allgemeinen leben von den Menschen, die sie gestalten. Es war uns daher eine große Ehre, die europäische Idee hautnah miterleben zu dürfen: 
Merci, Thank You, Dankeschön!



Text und Bilder: Florian Hemmer, Johanneum
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