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Porsche und Ferrari standen Pate

Zum 85. Geburtstag kam Rudi Edingers Meisterstück aus Wien zurück

  • Sammler Alexander Diego Fritz (links) und Jubilar Rudi Edinger mit Enkel Felix im Hof der Gustavsburg

Über ein „einmaliges Geburtstagsgeschenk“ konnte sich Rudi Edinger aus Jägersburg freuen, denn er bekam Besuch aus Wien, und dieser war mit einem Auto angereist, das einmalig auf der Welt ist. Rudi Edinger hatte dem Auto, das auf einem VW-Fahrgestell aufgebaut wurde, die Form gegeben. Es war sein Meisterstück an der Kaiserslauterner Meisterschule für Handwerker, Abteilung Karosserie und Fahrzeugbau. 1968 war das Auto mit dem Kennzeichen KUS Y 22 und einem 40 PS-VW-Motor erstmals zugelassen worden mit dem Identifikationsvermerk „11 Eigenbau“. 
Zwei Monate hatte Edinger während seiner Zeit als Ganztagsabsolvent der Meisterschule aufgewandt, um Plan und Berechnungen für sein Meisterstück zu erstellen. Nach 15 Monaten erhielt er am 23. Juni 1967 den Meisterbrief. Das Auto, dem er zusammen mit drei weiteren Karosseriebauern und zwei Technikern die sportliche Form gegeben hatte, war zu diesem Zeitpunkt schon fahrbereit. Von Anfang April bis Mitte Juni 1967 hatte das Team in der Schulwerkstatt Bleche ausgeschnitten, gebogen, gestaucht, gehämmert und gewalzt, um das Unikat zu schaffen: „Im Frontbereich erinnert es wohl an einen Porsche, am Heck eher an einen Ferrari“, bemerkten Autofans, als sie das gelb lackierte Gefährt, auf dessen Radkappen der Schriftzug „Edinger“ prangt, dieser Tage im Hof der Gustavsburg bestaunen konnten.
So schmuck wie jetzt, hatte das Auto zuletzt nicht mehr ausgesehen. Es war zirka 47 Jahre lang in einer Scheune im Hunsrück abgestellt, wo ihm Rost und manches Getier stark zugesetzt hatten. Bis Alexander Diego Fritz, Jurist und Autofreak aus Wien, dem Dornröschenschlaf ein Ende bereitete. Im Internet hatte er von dem außergewöhnlichen Oldtimer erfahren und sich entschlossen, ihn seiner Sammlung historischer Fahrzeuge hinzuzufügen. Ab Januar 2020 wurde es von Fritz in mühevoller Kleinarbeit restauriert, so dass es im Herbst 2021 wieder zugelassen werden konnte. Mit diesem Schmuckstück kam der Wiener Sammler nun zu Edingers 85. Geburtstag in die Saarpfalz, wo samstags an der Meisterschule in Kaiserslautern das Auto und seine Erschaffer gewürdigt wurden und sonntags im Burghof in Jägersburg zu Gast waren. 
Rudi Edinger, der jahrzehntelang eine Autowerkstatt mit Tankstelle in Jägersburg führte, ist in der Region auch durch sein Engagement im Heimat-, Kultur- und Verkehrsverein Jägersburg und im Pfälzerwald-Verein Höchen bekannt, wo er unter anderem 40 Jahrzehnte Markierwart war. Er kam am 22. Juni 1937 auf dem zu Breitenbach gehörenden Bambergerhof zur Welt. 



Text und Bilder: Gustl Altherr
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