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Mit einem Blick auf die Zukunft erneut die alte Tradition pflegen

Saarländische Bäckerinnung überreicht Neujahrsbrezeln

Die Begrüßung erfolgte am 24. Januar im großen Saal des Homburger Rathauses durch Bürgermeister Michael Forster. Auf einen Sektempfang wurde verzichtet. Forster freute sich diesmal ganz besonders und betonte, dass man wegen des Ausfalls im vergangenen Jahr die 56. Übergabe diesmal auch im Freien vor dem Rathaus durchgeführt hätte, ganz gleich bei welchem Wetter. Es gebe keine vergleichbare Tradition mit anderen Handwerkszünften. „Das Handwerk muss und wird weiterleben, auch wenn sich der Fachkräftemangel überall weiter ausdehnt. Auch wenn die Leute weiterhin verhalten sind, sollte man weiterhin die kleinen Bäckereien unterstützen“, so Forster. Des Weiteren freute er sich mitteilen zu dürfen, dass das Goldene Buch der Stadt Homburg nun endlich wieder ausgelegt und in Augenschein genommen werden konnte.

Nach Bürgermeister Forsters Eröffnungsworten folgte Landrat Dr. Theophil Gallo, der zunächst ein frohes neues Jahr wünschte. Er freue sich auch ganz besonders, endlich mal wieder einen Termin dieser Art wahrnehmen zu können. Brot sei als Lebensmittel von allergrößter Wichtigkeit und auch in diesen Zeiten dürfe man sich nicht „leerich mache losse“, wie er in wunderschönem Humborjer Platt sagte, sondern sollte jeden Tag positiv in die Zukunft schauen, auch wenn es mal ein paar Tage hintereinander grau ist. „Immer daran denken“, sagte er, „Die Sonn´is do, nur sieht ma se grad net! Unn wenn ma se dann sieht, dann sollt ma´dankbar sin unn was Gutes tun!“ Weise Worte von unserem Landrat. Nach ihm übergab Bürgermeister Forster das Wort an Hans-Jörg Kleinbauer vom Bäckerinnungsverband e.V. Dieser bedankte sich und berichtete zusammen mit der Innungsgeschäftsführerin Sabine Hensler über die rund 150 Bäckereien im Saarland mit ihren derzeit 52 Bäcker-Auszubildenden und rund 100 Azubis im Verkauf. Derzeit bestünde noch keine akute Gefahr, jedoch hätte die Branche unter den zunehmenden Schließungen inhabergeführter Bäckereien zu leiden. Besonders in kleineren Ortschaften käme dies oft zum Tragen, da dort für viele kleine Bäckereien keine Nachfolger zur Verfügung stünden. Gerade in den kleinen Orten seien oft die Bäckereien ein gesellschaftlicher Treffpunkt für die meisten Bewohner vor Ort und stellten eine Möglichkeit dar, ein wenig zu tratschen und sich auszutauschen. Den Einschätzungen der Bäckerinnung nach leidet das gemeinschaftliche Leben also direkt darunter. Auch die steigenden Rohstoffpreise seien ein großes Problem. Laut Innungsmeister Kleinbauer gab es im vergangenen Jahr innerhalb von nur sieben Monaten gleich drei Mehlpreiserhöhungen. Dies habe er in den vergangenen Jahren noch niemals erlebt! Fachkräftemangel und fehlender Nachwuchs in der Branche gelte es schon seit Jahren zu bewältigen. Auch die immer höheren Anforderungen an die Verkäufer/Innen und Bäcker/innen stellten einen Veränderungsprozess dar, der immer wieder neu angepasst werden müsse, auch um herauszustellen, was die Produkte wert sind. Und dennoch: Kaum irgendwo bekäme man so viel Essen für so wenig Geld wie in einer Bäckerei. Daher sei man auch froh über all die treuen Kunden, die immer noch die Qualität zu schätzen wüssten, anstatt sich im Discounter zu bedienen. Auch wenn gerade in Corona-Zeiten der Umgang mit den Verkäuferinnen und Verkäufern in Bäckereien manchmal alles andere als respektvoll sei, so würde die überwiegende Mehrheit der Kunden verständnisvoll und rücksichtsvoll agieren, so Andreas Lang, stellvertretender Landesinnungsmeister. „Die Welt ist gar nicht so schlecht wie es manchmal aussieht und die Mentalität hat sich meiner Meinung nach eher positiv verändert.“

Nach den einzelnen Ansprachen und nachdem die Bäcker die Brezeln mit den besten Wünschen übergeben hatten, bedankten sich Landrat, Bürgermeister sowie Andreas Motsch als Leiter des Geschäftsbereiches „Zentrale Steuerung, Sicherheit und Ordnung“ des Kreises und die städtische Beigeordnete Christine Becker ihrerseits mit einer Flasche Wein, dem Saarpfalz-Jahrbuch 2022 sowie Schokoladen-Glückskäfern und wünschten den Bäckerinnen und Bäckern für das neue Jahr alles erdenklich Gute. Mit im Gepäck hatte die Bäckerinnung, neben den traditionellen Neujahrs-Riesenbrezeln, auch noch viele Brote und Laugenteile, die im Anschluss unter allen Anwesenden verteilt wurden. Von den Homburger Bäckern kamen zum Termin Volker Eberle (Bäckerei Eberle), Gerhard Ecker (Gerhards Backstube) und der bereits pensionierte Bäcker Johannes Lindemann mit (siehe Bild). Im kommenden Jahr 2023 soll wieder ein „Brotmarkt“ in der Kreis- und Universitätsstadt Homburg veranstaltet werden. In diesem Jahr steht die ebenfalls beliebte Veranstaltung „Brot und Wein“ auf dem Plan, die die Innung zusammen mit der Sparkasse organisiert und die die Bäckerinnung gerne als „Straßenwahlkampf“ für das Bäckerhandwerk bezeichnet. Wir dürfen gespannt sein.

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