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Lücke im Glan-Blies-Radweg bleibt wohl

Fakten geschaffen – Chancen vertan

Im Januar will sich der Landesbetrieb für den Straßenbau noch einmal mit Vertretern von Stadt und Kreis darüber austauschen, ob und welche Möglichkeiten es geben könnte, um nahe Ingweiler eine Verbesserung für die radfahrenden Nutzer des Glan-Blies-Radweges zu schaffen. Die Ideal-Lösung – ein Radweg-Verbindungsstück unter der Bahnbrücke hindurch – wird es nicht geben. Diese Chance ist vertan, weil dem Saarland vor vier Jahren in der Haushaltsnotlage das erforderliche Geld fehlte. Zwischen Einfach- und Radikallösung pendelten bei einem Ortstermin im Herbst die Überlegungen.

Als sich die Deutsche Bahn im Jahr 2015 daran machte, ein Ersatzbauwerk für die in die Jahre gekommene Ingweiler Bahnbrücke zu planen, da fokussierte sie sich in der Tat auf das, was benötigt wurde: Ein neues Brückenbauwerk, das ebenso wie die alte Bahnbrücke die L 212 bei Ingweiler überspannt; genauso hoch, genauso breit. An mehr musste sie bei ihrem Vorhaben auch nicht denken. Die Bahn-Ingenieure brauchten sich also auch nicht darum zu kümmern, wie man möglicherweise die Fahrbahn verbreitern könnte um so Platz zu schaffen für ein Stückchen Fahrradweg, das den von Homburg kommenden Glan-Blies-Radweg besser mit dessen Fortführung auf der anderen Seite der Brücke in Richtung Blieskastel verbindet.

Hier tummeln sich viele Radfahrer und Spaziergänger, weil diese überregional bekannte Radstrecke touristisch sehr reizvoll ist. Aber: Eine Verbesserung der Unterführungssituation hätte das Land in die Hand nehmen müssen, nicht die Bahn. Als dem Landesbetrieb für den Straßenbau 2017 die Planzeichnungen für die Brücke vorgelegt wurden fragten die Straßenplaner zwar die Bahnplaner an, ob man denn nicht irgendwie in die Breite gehen könnte. Elf Meter Brückenweite wären erforderlich gewesen. Doch die Antwort gefiel dann doch nicht: Klar, geht, aber dann würde das Brückenbauwerk rund eine Million Euro teurer werden. Die müsste das Land schultern. Das Wirtschaftsministerium musste an diesem Punkt wegen Haushaltsnotlage und Schuldenbremse passen. Danach stand für die Bahn fest, dass die Fahrbahnbreite nicht verändert wird. Das Vorhaben wurde planmäßig realisiert, die Brücke ist seit ein paar Wochen fertig, die L 212 wieder für den Verkehr freigegeben. Für Radfahrer hat sich nichts geändert. Nach wie vor müssen sie auf die Straße und sich über Autofahrer ärgern, die im Brückenbereich rücksichtslos vordrängeln. Auch die Sichtachse – also die Möglichkeit, die Straße voll einsehen und Autogeschwindigkeiten abschätzen zu können – hat sich nicht verbessert. Natürlich gibt es auch unter den Radfahrern „Raser“, die hin und wieder einfach vom Radweg aus auf die Straße sprinten, was mitunter dann Autofahrer auf die Bremse treten lässt. Die Fahrradbeauftragte der Stadt Homburg, Ute Kirchhoff, bedauert es zutiefst, dass die Brückenverbreiterung an den Finanzen gescheitert war: „Ich glaube, heute wäre das anders. Da gibt es so viele Fördermöglichkeiten für den Radverkehr wie nie zuvor.

Da wäre bestimmt ein Topf dabei gewesen, um die Situation zu optimieren.“ Nun sei die Chance vertan. „Hier sind jetzt Fakten geschaffen worden für gut die nächsten 50 Jahre“, sagt sie. Als positiv sieht sie allerdings, dass der LfS dem Thema Radwege fachlich aufgeschlossen gegenübersteht. Das habe sich auch beim Ortstermin an der Bahnbrücke gezeigt, wo es um noch mögliche Verbesserungen für Radfahrer ging. Hier sei vom LfS vorgeschlagen worden, den von Homburg kommenden Radweg so zu verschwenken, dass er 50 Meter weiter von der Brücke entfernt in die L 212 einmündet. Dadurch würden die Sichtbeziehungen verbessert und die Sicherheit erhöht. Allerdings müssten noch Eigentumsverhältnisse geklärt werden. Im Gespräch sei auch gewesen, die Einmündungsbereiche der Radwege mit Pollern zu versehen, damit Radfahrer zum langsameren Fahren und Halten veranlasst werden. Ebenfalls im Gespräch eine Radfahrer-Ampel mit Induktionsschleife. Sogar die Idee wurde geäußert möglicherweise die L 212 für den Autoverkehr zu sperren. Was ausscheidet ist die Überlegung unter der Brücke einen Fahrradschutzstreifen aufzubringen, wie er etwa in Jägersburg nach der Sanierung der Saarpfalz-Straße umgesetzt wurde. LfS-Sprecher Thomas Thiel begründet das so: „Ein Fahrradschutzstreifen ist nicht möglich, da der genannte Bereich außerhalb einer Ortsdurchfahrt ist – also auf der sogenannten freien Strecke außerorts. Schutzstreifen dürfen nur innerhalb geschlossener Ortschaften markiert werden.“ Unabhängig davon, welche Idee auch immer es am Ende sein wird, die umgesetzt werden kann, ist Ute Kirchhoff davon überzeugt: „Man muss es einfach anpacken. Man muss vieles einfach mal probieren, um dem Radfahrverkehr eine Chance zu geben. In der Vergangenheit war alles auf den Autoverkehr ausgerichtet. Man muss da einfach jetzt neue Erfahrungen sammeln. Das bedeutet: Man muss einfach machen und manches Modellprojekt anleiern.“ Das neue Fahrradkonzept der Stadt biete dazu viele Gelegenheiten.

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