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Landesfeuerwehrschule kommt

Homburg wird Sicherheitsstandort

Entlang der B423 zwischen Lappentascherhof und Kleinottweiler hat die Landesverwaltung zum zweiten Mal der Stadt Homburg Grundstücksfläche abgekauft. Nach dem Zunderbaum II-Areal wechselten jetzt 22.000 Quadratmeter des Gewerbegebietes G9 den Besitzer. Eine vom Stadtrat begrüßte Win-win-Situation, die sich monetär mit einem Plus von 1,1 Millionen Euro für die Kreisstadt beziffern lässt. Noch wichtiger aber ist der Deal zwischen Homburg und dem Innenministerium für die saarländische Bevölkerung insgesamt. Denn nach der Fertigstellung will das Land hier seine haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrleute mehr als bislang praxisorientiert im Handwerk Brandschutz- und Brandbekämpfung ausbilden. Dazu wird eine Übungsfläche vorgehalten, die auch der Landespolizei für realitätsnahe Trainingsszenarien zur Verfügung stehen soll. Auch werden in Homburg Werkstätten für die Wartung von Feuerwehrgerätschaften aus allen Landesteilen vorgehalten und der Katastrophenschutz bekommt weitere Lagermöglichkeiten. Nach der positiven Entscheidung des Stadtrates - und zuletzt am 16. Februar des Landtages - unterzeichneten vor wenigen Tagen Innen- und Bauminister Klaus Bouillon und Homburgs Bürgermeister Michael Forster den Kaufvertrag.

In einem über zwei Jahre dauernden Verfahren hatte das Innenministerium den neuen Standort ausgewählt. Am alten Standort in Burbach habe man keine Expansionsmöglichkeiten mehr gehabt und das in einer Situation, in der gut ausgebildete Einsatzkräfte für das Land immer wichtiger werden, skizzierte Bouillon die Ausgangslage. Auch habe sich gezeigt, dass in den vergangenen Jahren in Bevölkerungs- und Brandschutz nicht genügend investiert worden sei. „Uns war es deshalb wichtig, den Katastrophen– und Bevölkerungsschutz auf neue Beine zu stellen. Wir werden Investitionen in Bauten vornehmen und personell verstärken“, sagte Bouillon. Das bedeute, dass das Land hierfür künftig sechs Millionen Euro mehr als bislang ausgeben werde. Wichtiger Baustein der Neuausrichtung sei eben auch die erforderliche neue Landesfeuerwehrschule.

 In einem sich an exakt formulierten Kriterien orientierenden Auswahlverfahren wurden bis Mitte 2021 30 potenzielle Standorte geprüft, die von saarländischen Kommunen angeboten wurden. Bexbach hatte sich mit einer Fläche im BIG beworben und lag ziemlich weit vorne, doch Homburg überzeugte die Planer letztlich noch mehr wegen der guten Verkehrsanbindung an Bundesstraße und Autobahn und „wegen des fairen Preises“, wie der Minister herausstellte. „Das wird ein tolles Projekt. Wir kriegen viele viele Dinge neu. Die Verhandlungen waren sehr fair, auch der Kaufpreis, das Grundstück ist gut bebaubar“, so Bouillon. „Für Homburg ist es wichtig, dass wir diese wichtige Landeseinrichtung bekommen. Das ist für uns als Zentrum für Feuerwehr und Katastrophenschutz ein Meilenstein. Damit sind wir künftig auch Sicherheitsstandort. Ich bin froh, dass wir überzeugen konnten und die Kriterien erfüllt haben. Das wird auch Synergien für die Feuerwehr in Homburg ergeben zum Wohl für die Bürger“, sagte Bürgermeister Forster und sprach von einem guten Tag für Homburg. 30 Millionen Euro will das Land hier investieren. Das Schul- und Verwaltungsgebäude soll eine Grundfläche von etwa 1.300 Quadratmeter umfassen und zwölf Büros, sechs Lehrsäle und Seminarräume sowie drei Planübungsräume beherbergen. In dem 600 Quadratmeter großen Technikgebäude sollen mehrere technische Lehrsäle einschließlich der dazugehörigen Werkstätten sowie Lagermöglichkeiten für die Bereiche Gerätewartung und Atemschutz untergebracht sein. Auch einen „Schwarzen Lehrsaal“ für Besprechungen in Einsatzkleidung werde es geben. In der geplanten Fahrzeughalle stehen 13 Stellplätze zur Verfügung und das Übungsgelände wird in drei Bereiche unterteilt sein, in denen jeweils verschiedene Problemsituationen trainiert werden können. So sollen beispielsweise eine Brandsimulationsanlage, eine Tiefbaugrube, ein Trümmerhaus sowie ein Gleisstück mit Kesselwagen auf dem Gelände aufgebaut werden.

Dass zusätzlich eine zentrale Prüf- und Wartungsstelle für pneumatische und hydraulische Rettungsgeräte der Feuerwehren eingerichtet wird, begrüßt vor allem Landesbrandinspekteur Timo Meyer, weil dadurch die ehrenamtlichen Feuerwehrleute und die Kommunen spürbar entlastet werden. Manfred Rippel, Präsident des Saarländischen Feuerwehrverbandes hatte noch einen Ergänzungswunsch: Der Feuerwehrverband und die Landes-Jugendfeuerwehr sollten ebenfalls am neuen Standort ein Zuhause finden. „Ich denke, das kriegen wir hin“, reagierte Bouillon spontan. Er war es auch, der darauf hinwies, dass es durchaus im Vorfeld der gesamten Neuausrichtung von Feuerwehr und Katastrophenschutz Kritiker gegeben hatte. Vorsorglich appellierte er deshalb an die neue Landesregierung, das Konzept weiter zu betreiben, um das Feuerwehrwesen auf neue Beine zu stellen. Dazu gehört, das machte Andreas Klein als Leiter der Landesfeuerwehrschule deutlich, „dass wir die Feuerwehr bedarfsgerecht ausrichten und das abbilden, was gebraucht wird.“ Dazu gehört aus seiner Sicht auch die Schwerpunktverschiebung von der theoretischen Lehre hin zum Handwerk, „damit wir lernen, wie wir uns praxisnah verhalten.“ An der neuen Landesfeuerwehrschule, die Klein als wichtigen Baustein im künftigen Brandschutz sieht, sollen rund 20 hauptamtliche Kräfte tätig sein.

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