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Kunstaktion und “Cleanup Day” lenken Blick auf Vermüllung

Kunst gegen Kippen

Am Samstag waren rund um den Erdball wieder unzählige Menschen unterwegs um im Rahmen des weltweiten Cleanup-Day Müll zu sammeln. Müll, der achtlos weggeworfen wurde, vor allem aber Müll, der im Laufe seiner Zersetzung die Umwelt beeinträchtigt. Dass die Produktion von Verpackungsmüll CO2 schädlich ist, genauso wie die Entsorgung, ist ein weiterer Aspekt. Und schließlich gehört zu den Wahrheiten auch, dass Müll, den die Industrienationen in Drittländer verschiffen, zwar aus dem Auge ist, nicht aber aus der Welt. Man kennt nur zu gut die Bilder von spielenden Kindern auf stinkenden Müllkippen unter sengender Südsonne. Auf all diese Dinge machte auch „Cleanup Saarland“ am Samstag landesweit aufmerksam. Nach Kenntnis der Beedener Ortsvertrauensfrau und Grüne-Stadträtin Katrin Lauer waren es saarlandweit rund 80 Organisationen, die sich am Cleanup-Day beteiligten. In Homburg waren Gruppen auf dem Schlossberg, im Kreuzungsbereich Bexbacher/Berliner Straße und im Umfeld der Moselstraße unterwegs. Rund um das Johanneum waren die dortigen Schüler im Einsatz.

Lauer hatte kürzlich das Thema auch in den Stadtrat gebracht. Während die Stadtverwaltung selbst ihre Unterstützung zusagte, habe sich nach Einladung an die Fraktionen die Begeisterung in Grenzen gehalten. Worauf sie allerdings stolz war, war der Umstand, dass am Tag zuvor die Dritt- und Viert-Klässler der Grundschul-Dependence Beeden unter anderem zwischen Beeder Brünnchen und Mastau unterwegs waren. Am Beeder Brünnchen sensibilisiert ohnehin seit wenigen Wochen eine Tafel des SaarForst dafür, wie lange achtlos weggeworfener Müll zum Verrotten benötigt wird. Für Lehrerin Sabine Forsch-Otto und ihre Kolleginnen ein Grund mehr umweltpädagogischen Einsatz zu bringen. Das Thema Umwelt sei ohnehin fester Bestandteil im Sachunterricht und man sei oft mit den Kindern im Wald unterwegs. Die Kinder kennen das Müllsammeln auch bereits von der saarland picobello-Aktion her. Für sie sei die Beteiligung zwar eher noch Spaß, aber hinterher würde das Thema immer im Unterricht aufbereitet. Und da sieht Forsch-Otto dann doch den ein oder anderen positiven Effekt, wenn etwa beim Wandertag so manchen Kindern unmittelbar Müll am Wegesrand auffällt. Genau auf diesen Effekt setzt Katrin Lauer: „Es geht darum, dass man die Kinder erreicht; das ist so wichtig, damit sie früh erkennen dass es einfach nicht gut ist, Müll in die Natur zu werfen.“ Umwelt-, Natur-, Klima- und Artenschutz sind Themen, die an der Grundschule Beeden feste Unterrichtsbestandteile sind. Forsch-Otto: „Wir sind auf dem Biotop verankert, wir säubern regelmäßig den Schulhof und behandeln viele naturkundliche Themen.“ Auch Fairtrade und gesunde Ernährung (Stichwort Biobrotbox) gehören dazu.
 
Dass sowohl die Grundschule Beeden sich auf den Weg machte wie auch der Umstand, dass der World Cleanup-Day stattfand, wertete Bürgermeister Michael Forster als „wichtigen Fingerzeig dafür, dass künftig mehr Müll vermieden wird. Müll in der Natur schädigt diese nachhaltig. Da ist es wichtig, wenn man weiß, was es bedeutet, wenn man eine Plastikflasche oder Kippe wegwirft.“ Forster bedauerte angesichts solcher Aktionen die gängige Einstellung „Ich mache doch nicht den Müll anderer Leute weg!“. Insofern ist der Frust von Katrin Lauer durchaus verständlich, die das spärliche Interesse aus dem Kreise der politisch Aktiven bedauerte. In Bexbach fanden diesmal überhaupt keine Aktionen statt. Dort wurde den Cleanup-Aktivisten noch im Vorjahr versichert, dass man künftig mitmachen werde. Der Beigeordnete Thorsten Müller versicherte, dass er persönlich nächstes Jahr wieder dabei sein werde. Möglicherweise lag es ja auch daran, dass sich die Politik im Wahlkampf befand. Dabei hätte man sicherlich beide Aspekte gut miteinander verbinden können.
 
Cleanup und der Verein Weltverbesserer machten es am Samstag vor, wie man unterschiedliche Aspekte miteinander vernetzen kann. Auf Initiiative der Ortsvertrauensleute Christine Maurer und Hans-Joachim Kellner gab es am Christian-Weber-Platz die Aktion „Kunst gegen Kippen“. Mit Malkreide wurden bunte Kringel um Kippen gezeichnet um zu verdeutlichen, wieviele solcher Glimmstengelreste in der Innenstadt landen. Täglich, so hat Cleanup hochgerechnet, seien es allein im Saarland 1,5 Millionen. Jede einzelne Kippe vergiftet bis zu 40 Liter Grundwasser mit ihren schädlichen Inhalten. Die Stadt Homburg hat inzwischen aber darauf reagiert. „Wir wollen eine Offensive starten und neue Müllbehälter anschaffen, die sich auf Kippen beziehen“, so Bürgermeister Forster. Das sei zwar begrüßenswert, meint Katrin Lauer, besser aber noch wäre auch das zusätzliche Sanktionieren. In Stuttgart etwa würde inzwischen ein Bußgeld von 200 Euro für das Wegwerfen von Kippen verhängt: „Das könnte man sich auch für Homburg überlegen, denn Umweltdelikte sind nun mal keine Kavaliersdelikte.“ Prinzipiell hält Forster das durchaus für möglich: „Wir müssen ohnehin unseren Bußgeldkatalog überarbeiten. Da kann man schon Schwerpunkte für solche Delikte überlegen und wo wir mögliche Schwerpunkte im Hinblick auf die Sanktionierung solcher Delikte legen.

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