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Grundsteinlegung für das Palliativzentrum "Schmetterling"

Festakt auf dem Gelände des Universitätsklinikums Homburg

10.08.2026

  • Prof. Dr. Sven Gottschling bei seiner kurzen Dankesrede
  • Kinder steckten gemalte Bilder in die Zeitkapsel
  • Stolz hält Anke Rehlinger hier die Zeitkapsel in Händen

Ein Meilenstein von überregionaler Bedeutung nahm am 28. Juli 2026 auf dem Gelände des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) Gestalt an:

Mit der feierlichen Einmauerung einer Zeitkapsel im zentralen Baukörper wurde der Grundstein für das altersübergreifende Palliativzentrum "Schmetterling" gelegt. Die Einrichtung vereint künftig die Versorgung von schwerst- und lebensverkürzend erkrankten Kindern und Erwachsenen unter einem Dach. Obgleich die Rohbauarbeiten auf dem UKS-Areal bereits fortgeschritten waren, stellte der Festakt den offiziellen symbolischen Auftakt für das Bauvorhaben dar. Betrieben wird das Zentrum von der Siebenpfeiffer Hospiz- und Palliativgesellschaft gGmbH, einem Zusammenschluss der AWO Saarland und des Vereins für altersübergreifende Palliativmedizin e. V. Die Eröffnung ist für das vierte Quartal 2027 geplant. Die symbolische Grundsteinlegung übernahm die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger höchstpersönlich mit Speis und Maurerkelle. Die im Baukörper eingemauerte Zeitkapsel enthält neben zwei aktuellen saarländischen Tageszeitungen auch Zeichnungen der Kinder aus der AWO-Kindertagesstätte am UKS. Die Mädchen und Jungen rollten ihre farbenfrohen Kunstwerke vor Ort selbst zusammen und versenkten sie in der Metallkapsel. Durch die Veranstaltung führte Wilfried Bohn, der 1. Vorsitzende des Vereins für altersübergreifende Palliativmedizin e. V. Das Programm beschränkte sich auf drei Redner. Der Initiator und Palliativmediziner Prof. Dr. Sven Gottschling würdigte das Zusammenspiel von haupt- und ehrenamtlichen Kräften. Er hob hervor, dass mit dem Neubau das Ziel einer lückenlosen, alters- und sektorenübergreifenden Versorgung für die Region in greifbare Nähe rücke. In seiner Ansprache zitierte Gottschling den schwedischen Palliativmediziner Stefan Einhorn: "Wenn wir nicht mehr heilen können, dann können wir lindern. Wenn wir nicht mehr lindern können, dann können wir trösten. Und wenn wir nicht mehr trösten können, dann sind wir immer noch da." Zum Abschluss seiner Rede wählte Gottschling die bekannte Metapher vom Seestern: Ein Junge wirft nach einem Sturm gestrandete Seesterne einzeln ins Meer zurück. Auf den Einwand eines Passanten, er könne bei der Fülle an Tieren unmöglich alle retten und sein Tun sei aussichtslos, erwidert der Junge beim nächsten Wurf, dass es für diesen einen Seestern alles verändere. Die Geschichte verdeutlicht das Prinzip der Hospiz- und Palliativarbeit, bei der jedes individuelle Schicksal zählt. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger dankte den Beteiligten für den jahrelangen Einsatz und betonte die parteiübergreifende Unterstützung des Vorhabens. Das Projekt bringe Medizin, Politik und Zivilgesellschaft an einem Ort zusammen. Rehlinger erinnerte an ein eigenes Praktikum in einem Hospiz, bei dem sie trotz der Schwere des Themas eine besondere Atmosphäre der Fürsorge und Leichtigkeit erlebt habe. Ein Hospiz schenke Lebensqualität bis zuletzt und entlaste die Angehörigen, sagte sie. Einen weiteren Programmpunkt bildete die Übergabe der Fackel des "Kinder-Lebens-Laufs", einer bundesweiten Kampagne des Bundesverbandes Kinderhospiz e. V. Unter dem Motto "Gemeinsam laut und stark" wandert die sogenannte Engels-Fackel durch ganz Deutschland, um Aufmerksamkeit für schwerstkranke Kinder und deren Familien zu schaffen. Im Juli 2026 reiste die Fackel von Heilbronn und Mannheim weiter ins Saarland, wo sie vom Kinderhospiz- und Palliativteam Saar feierlich empfangen und im Rahmen der Grundsteinlegung von Cathrin Muell weitergereicht wurde. Die hohe gesellschaftliche und politische Relevanz des Projekts verdeutlichte die Anwesenheit zahlreicher weiterer Vertreter aus Landespolitik, Kommunen, Medizin und Wirtschaft neben den hier schon Erwähnten, wie zum Beispiel: Reinhold Jost (Minister für Inneres, Bauen und Sport des Saarlandes), Frank John (Landrat des Saarpfalz-Kreises), Michael Forster (Oberbürgermeister der Universitätsstadt Homburg), Manfred Rippel (Bürgermeister der Universitätsstadt Homburg), Christine Becker (Ortsvorsteherin von Homburg-Mitte), Theophil Gallo (Landrat a. D. des Saarpfalz-Kreises), Clemens Lindemann (Landrat a. D. des Saarpfalz-Kreises), Prof. Dr. Michael Zemlin (Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie am UKS), Rüdiger Schneidewind (Vertreter des Fördervereins für altersübergreifende Palliativmedizin Homburg e. V.), Sevim Kaya-Karadag (AWO-Kreisvorsitzende Saarpfalz), Andreas Jodko (AWO-Landesgeschäftsführer Saarland), Armin Reinke (Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saarpfalz), Frank Barbian (Geschäftsführer der Homburger Stadtwerke) und vielen weiteren mehr. Abschließend seien hier nochmals ein paar Kennzahlen und Kapazitäten des Mammut-Projektes genannt: Das mit einem Investitionsvolumen von rund 13 Millionen Euro geplante Zentrum der Siebenpfeiffer Hospiz- und Palliativgesellschaft gGmbH soll im vierten Quartal 2027 eröffnet werden. Mit einem altersübergreifenden Ansatz und einer direkten Anbindung an das Universitätsklinikum des Saarlandes bietet die Einrichtung insgesamt 24 Plätze, verteilt auf 16 Plätze im Erwachsenenbereich und 8 Plätze im größten Kinderhospiz Deutschlands.

Betrieben wird das Zentrum von einer Kooperation der AWO Saarland mit dem Förderverein für altersübergreifende Palliativmedizin.  Text: Chris Ehrlich



Bilder: Chris Ehrlich
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