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Freibad benötigt Millionen-Investition

Des einen Freud, des anderen Leid

Sommer, Sonne, Badefreuden. Wer nicht die Möglichkeit hat, einen größeren Badesee anzusteuern oder gleich mehrere Tage an einem Meeresstrand verbringen zu können, der hat in der Region die Möglichkeit, unter einer Vielzahl von Freibädern das für ihn passende zu finden. Was aber leider allen Bädern neben dem Wasser und der Liegewiese gemeinsam ist, das sind die jährlich auflaufenden Defizite. Gerade erst hatte dem Stadtrat Homburg ein Beschluss zum Kombibad Koi vorgelegen, aus dem hevor geht, dass alleine im Freibad-Bereich jährlich ein Defizit von 756.000 Euro aufläuft plus zusätzliche 420.000 Euro für das Hallenbad, in Summe also 1,17 Millionen Euro. Öffentliche Bäder sind vom Grundsatz her Defizitbetriebe, aber für das Allgemeinwohl auch unentbehrlich. Das wird keiner bestreiten. Auch das Bexbacher Freibad Hochwiesmühle arbeitet jährlich mit einem Defizit, das Stadtwerke-Geschäftsführer Guido Schick auf Anfrage zwischen 400.000 Euro und 500.000 Euro beziffert, was angesichts der Größe und Ausstattung und im Vergleich zu anderen Kommunen normal sei. Ein Defizit hat nun unterschiedliche Ursachen. Entweder es kommt nicht genügend Geld rein, oder der laufende Betrieb kostet einfach zu viel Geld. Wenn dann noch etwas kaputt geht und ersetzt werden muss, dann wächst in der Konsequenz das Minus. Dass etwas kaputt gehen kann, damit müssen Bäder eigentlich immer rechnen, vor allem dann, wenn über Jahre möglicherweise kaum Investitionen stattgefunden haben.

Vor diesem Hintergrund hatten politisch Verantwortliche in Bexbach in der jüngeren Vergangenheit mit Nachdruck von der Geschäftsführung der Stadtwerke Bexbach GmbH eine Aufstellung darüber verlangt, was in der jüngeren Zeit im Freibad investiert wurde und was dort in nächster Zeit an Investitions- und Sanierungsvorhaben geplant ist. Denn für die im Aufsichtsrat sitzenden Mandatsträger ist klar: Jünger wird das Freibad nicht und Überraschungen erleben will keiner, der politisch Verantwortung trägt. Dennoch war die Überraschung groß, als Geschäftsführer Guido Schick – seit Mitte 2019 in der Verantwortung – im Herbst letzten Jahres erste Zahlen vorlegte. Daraufhin monierten Heiko Müller, der für die CDU im Aufsichtsrat sitzt, die schriftlich transparente Zahlen angemahnt hatte, und andere Aufsichtsratsmitglieder, dass in den Jahren zuvor zwar Geld in die Hand genommen worden sei, um etwa eine Edelstahlrutsche zu beschaffen und einen Beach-Platz anzulegen, dass aber kaum in die Technik investiert oder hierfür Rücklagen gebildet worden seien. Konsequenterweise wollte der Aufsichtsrat dann einen Instandsetzungsplan für das Freibad vorgelegt bekommen. Das war dann – so haben Recherchen unserer Redaktion ergeben – im Februar der Fall und wird auch vom Geschäftsführer der Stadtwerke bestätigt: „Wir haben jetzt einen solchen Instandsetzungsplan. So etwas gab es all die Jahre vorher nicht. Wir haben jetzt eine Fünf-Jahres-Vorschau.

Wir sehen jetzt, was wir vorher nicht gesehen haben.“ Erneuerungen und Instandsetzungen seien die Norm. Das gelte bei den Stadtwerken für alle Versorgungsbereiche, ob Strom-, Gas- oder Wassernetz. Hier müsse ständig investiert werden, um die Versorgungssicherheit für die Menschen zu garantieren. Warum es für das Freibad bislang keinen solchen Plan gab, dafür hat er keine Erklärung. Bei der Aufstellung, auch das ergab unsere Recherche, finden sich ein Dutzend Punkte, die eine Erneuerung oder grundsätzliche Beratung erfordern. Manches davon wurde bereits abgearbeitet, etwa die Erneuerung der Chlorgasanlage oder die digitale Ticket-Erfassung.

Dicke Brocken sind die beiden Module des Blockheizkraftwerkes, die wahrscheinlich in Richtung 2025 ersetzt werden müssen und kontinuierlich zu warten sind. Auf der Liste finden sich auch zu ersetzende Pumpen, die bereits 40 Jahre auf dem Buckel haben und Verrohrungen, die noch älter sind. In Summe geht es hinsichtlich des Freibades in den kommenden fünf Jahren um Investitionen von möglicherweise über 1,2 Millionen Euro. „Wir brauchen daher seitens der Stadtwerke einen detaillierten Plan, wie der Sanierungsstau angegangen werden kann, dies fordern wir konkret von der Geschäftsführung der Stadtwerke ein“, hatte in einer Pressemitteilung erst vor wenigen Tagen Karl-Heinz Klein, CDU-Fraktionschef im Stadtrat gefordert. Wie sich dies betriebswirtschaftlich darstellen lässt, dazu muss die Geschäftsführung der Stadtwerke nun eine Lösung finden. Die Spielräume der Stadtwerke sind begrenzt.

Eine Möglichkeit wäre, die Gewinnabführung an die Stadt Bexbach zu reduzieren. In den letzten Jahren flossen so jährlich zwischen 300.000 und 400.000 Euro, die zur Handlungsfähigkeit der Stadt Bexbach wesentlich beitragen. „Ich denke, da wird man nur sehr schwer reduzieren können. Denn von was wollen wir als Stadt etwa unsere Wege und Straßen sanieren, wenn dieses Geld nicht da ist?“, versieht der erste Beigeordnete Thorsten Müller (CDU, er vertritt zurzeit den Bürgermeister), diese Option mit einem Fragezeichen. Zweite Stellschraube könnten die Eintrittspreise sein. Doch das, so versichert Müller, werde nach seiner Beobachtung sicherlich keine politische Mehrheit finden. Stadtwerke-Geschäftsführer Schick hat indes eine ganz pragmatische Lösung, wie mehr Geld für das Freibad generiert werden könnte: „Es muss uns gelingen, den Leuten klarzumachen, dass sie am besten hierher zum Schwimmen kommen.“ Kommunale Bäder seien in erster Linie schließlich für die Menschen vor Ort da. Und da könne jeder zur Aufrechthaltung des Betriebes beitragen, wenn er auch die Vor-Ort-Angebote nutzt. Das Warmfreibad Hochwiesmühle ist – darüber hatten wir immer wieder berichtet – eines der schönst gelegenen Freibäder der Region. In normalen Zeiten – nicht in Zeiten der Pandemie – kann das Bad gut 2.500 Besucher aufnehmen. Das sei aber in den letzten Jahren nur an wenigen Tagen - und da auch nur an besonders heißen Tagen – der Fall gewesen, verdeutlicht Schick, dass da noch gewaltig Luft nach oben ist. Während die Geschäftsführung nun darauf hofft, dass über möglichst viele Besucher mehr Geld für Investitionen generiert wird, wird sich die Politik schrittweise durch die Instandsetzungsplanung durcharbeiten und Punkt für Punkt mitentscheiden, wie das Ganze finanzierbar wird.

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