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Die Bärenzwinger-Pläne können dank Landesförderung umgesetzt werden

Bär bezwungen!

Zehn Jahre lang hatte Herzog Karl II. August gebraucht, um Schloss Karlsberg mit seinem weitläufigen Landschaftsgarten errichten und anlegen zu lassen, bevor französische Truppen die Landesresidenz nach nur fünf Jahren ihrer Existenz in Schutt und Asche legten. Exakt 200 Jahre später gründeten Paul und Liselotte Weber 1993 die Stiftung Karlsberger Hof. Unterstützt von der Stadt Homburg, dem Saarpfalz-Kreis, dem Saarforst-Landesbetrieb und den Landesregierungen von Saarland und Rheinland-Pfalz werden seither markante Gebäude, Teiche und Wege so hergerichtet, dass Touristen und Einheimische zumindest eine Ahnung davon bekommen, wie sich die Schlossanlage in die Natur eingefügt hatte. In den vergangenen Jahren wurden der Karlsberg-Weiher, der Felsenweg, die Orangerie und die Schwanenweiher mit dem Tosbecken sowie die Herzogsterrassen restauriert. Seit Jahren wünscht die Stadt Homburg auch die Sanierung der im Volksmund „Bärenzwinger“ benannten Menagerie.

Dieser Wunsch soll nun bis 2023 realisiert werden. Ministerin Anke Rehlinger hatte ein offenes Ohr, hat einem vorzeitigen Maßnahmenbeginn zugestimmt und eine Förderung von 95 Prozent der zuschussfähigen Kosten zugesagt, was in Summe über 300.000 Euro sind. Auf was sie sich dabei eingelassen hat, davon überzeugte sie sich nun im Rahmen ihrer Sommertour vor Ort auf dem Karlsberg und war sichtlich angetan von dem Vorhaben.

Michael Emser, zuständig für die Denkmalpflege in der Stadt, machte der Ministerin gegenüber deutlich, dass es das letzte Großprojekt auf dem Karlsberg sei, das man stemmen wolle. „Der Waldpark ist ein beliebtes Wandergebiet, auch deshalb, weil hier regionale Geschichte erzählt wird“, sagte er und versicherte, dass das Projekt Bärenzwinger eine tolle Maßnahme sei und man sich darüber freue, dass sie vom Land mitfinanziert werde. Roland Ecker vom Bauamt, der schon andere solcher historischer Projekte geplant hat, bot einen Überblick über das Vorhaben: „Es ist ein klassischer Zirkelbau, nach Vorbildern der Antike, und diente der Zurschaustellung und Unterbringung von Tieren. In der Mitte gab es einen Pavillon.“ Um diesen ringförmig gruppiert 19 Häuschen und eine Wendeltreppenanlage. Der Pavillon war von einem Wassergraben umgeben, der aus der Mohrenquelle gespeist wurde. Im Vordergrund stehe nun die sachgerechte Sanierung des Bestandes. Dabei gehe es um die Mauersanierung, um die Stabilisierung des Beckens, die Umringung mit Bogensegmenten aus langlebigen Corten-Stahl, die Andeutung des Pavillons und gestalterischen Elementen wie etwa die stilisierte Wendeltreppe.

Man wolle versuchen, das Betreten der Anlage künftig über den ursprünglichen Eingangsbereich möglich zu machen und das Übersteigen der Mauern zu erschweren. Oberhalb im Wald soll an einer Stelle der namensgebende Bär als Durchblick dienen. Von hier könne die gesamte Anlage überblickt werden. Ecker: „Insgesamt sieht das alles zwar simpel aus, aber bautechnisch hat es schon was.“ Bis Mai 2022 könnte bereits die Detailplanung stehen, 2023 könnte das Projekt fertig sein. Für Bürgermeister Michael Forster ist es „ein wichtiges touristisches und historisches Projekt, ein Stück unserer Kultur und Historie, ein Projekt, das bedeutend ist.“ Dass das Land einen Zuschuss von 95 statt der üblichen 70 Prozent gewährt, sei ein Segen, „weil das für uns in Homburg anders nicht möglich gewesen wäre. Ohne Unterstützung, auch die vom Landkreis und den Zweibrücker Kollegen, wäre ein solch großes Projekt nicht machbar.“ „Wir waren von dem Projekt ja schon überzeugt, bevor ich es gesehen habe“, versicherte Ministerin Rehlinger, die sich freute, dass die Planungen bereits soweit fortgeschritten sind. Das Projekt Bärenzwinger passe „perfekt in unsere touristische Konzeption; Natur und Kultur ist dabei eines der wichtigen Felder. Das hier ist eine wunderbare Verbindung von beidem und hat unmittelbare Effekte für die Bevölkerung. Man kann besser verstehen in welcher Region man lebt und man kann die spannende Geschichte der Region erlebbar zu machen, Mir ist eine solche Anlage als Landschaftsgarten nicht bekannt.

Das muss man also machen für alle, die in der Region leben. Da steckt einiges an Potenzial drin, ein Filetstück, da lässt sich eine schöne Geschichte gut visualisieren“, schwärmte Rehlinger förmlich. Sie ist sich sicher, dass es gut investiertes Geld ist, das letztlich über den Tourismus dafür sorgen werde, dass die Stadt damit auch Geld verdienen kann. Landrat Dr. Theophil Gallo deutete an, dass der Landkreis sicherlich unterstützen werde, wenn es an der ein oder anderen Stelle bei der Projektumsetzung klemme.

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