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Meisterkonzert mit Pianist Ariel Lanyi

Ausnahmekünstler im Saalbau

Im Homburger Saalbau geht die Meisterkonzert-Saison weiter. Am 17. März war mit Ariel Lanyi ein Ausnahmekünstler am Klavier zu Gast. Der 1997 in Jerusalem geborene Pianist gewann im vergangenen Jahr den dritten Preis bei der Leeds International Piano Competition und war Preisträger bei den ersten International Auditions des Young Classical Artists Trust (London) und der Concert Artists Guild (New York). Er gab sein Debüt in der Wigmore Hall und spielte schon mit den renommiertesten Orchestern der Welt. Am Abend des 17.3. fand die Veranstaltung im Saalbau unter „2G+ Regelung“ statt; eine Maskenpflicht auf dem Sitzplatz bestand nicht. Eine Einführung ins Programm erfolgte um 19 Uhr durch Markus Korselt, seines Zeichens Dirigent sowie geschäftsführender und künstlerischer Intendant des Stuttgarter Kammerorchesters seit 2017, der im Homburger Saalbau vor wenigen Jahre die 4 vergessenen Sinfonien des „Homburger Mozarts Sigismund von Rumelin“ dirigierte (CD beim Homburger Kulturamt zum Selbstkostenpreis erhältlich). Im Wechsel mit Herrn Lanyi unterhielten sich die beiden Herren über ein Mikrofon auf Englisch, wobei Herr Korselt dem Publikum die Unterhaltung immer wieder ins Deutsche übersetzte. Lanyi betonte dabei, welch eine körperliche Belastung Stücke wie zum Beispiel die „Hammerklavier-Sonate“ darstellen, da sie ursprünglich für ein Musikinstrument komponiert wurden, das heute nicht mehr gespielt wird (das Hammerklavier). Hierbei der eigentlichen Zärtlichkeit der Musik mit dem heutigen Klangfarbenspektrum den richtigen Ausdruck zu verleihen, sei die große Herausforderung und Aufgabe für ihn, sagte Lanyi. Vom damals häufig gezupften Cello hin zum Hammerklavier verlieh Beethoven seinen Stücken mehr und mehr an symphonischer Dynamik. „Er hat dieses Werk seinem ganzen Schicksalselend entrungen“, sagte Markus Korselt und weiter zitiert er aus dem berühmten Brief von Ludwig van Beethoven an Ferdinand Ries, in dem er über die Hammerklavier-Sonate schreibt. Dort heißt es: „Die Sonate ist in drangvollen Umständen geschrieben; denn es ist hart, beinahe um des Brotes zu schreiben; so weit habe ich es nun gebracht …“ Beethoven hatte um das Jahr 1818 große Geldschwierigkeiten, war quasi taub und schrieb dennoch dieses, sein schwierigstes, Klavierwerk, wobei die Sonate gerade in formaler Hinsicht einen Meilenstein der Musikgeschichte darstellt. Sie zu spielen dauert gute 45 Minuten! Nach dem Gespräch der beiden Herren nahm sich Herr Lanyi eine kurze Pause zur Besinnung auf die kommenden Stücke und gegen 19:30 Uhr begann dann die musikalische Ausnahmedarbietung des Klavierkünstlers. Ariel Lanyi bot den Zuhörer*innen an diesem Abend auch Werke von Schumann, Albéniz und Beethoven dar. Laut Ansage von Markus Korselt begann Lanyi mit Schumanns „Kinderszenen“. Auch auf dem Programm des Abends standen das Klavierstück „On an Overgrown Path, Book II“ von Janácek sowei Schuberts „Sonata in A minor, D. 845“. Nach der Pause gab Herr Lanyi dann endlich Beethovens „Sonata no. 29 in B-flat major, Op. 106“ zum besten, die sogenannte „Hammerklavier“ Sonate. Mit ihrer hörbaren Verzweiflung Beethovens im 3. Satz, gepaart mit unglaublicher Zärtlichkeit, die sich über das gesamte Klavierstück hindurchstreckt, war sie das Highlight des Abends. Es war ein grandioser Musikabend mit fabelhafter Klaviermusik, die man nicht alle Tage zu hören bekommen kann. Das nächste Meisterkonzert im Homburger Saalbau wird am 28. April stattfinden. Dann spielt das bemerkenswerte „Zehetmair Streichquartett“, das 1994 vom österreichischen Dirigent und Violinist Thomas Zehetmair gegründet wurde.

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