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50 Jahre braucht der Wald, um einen Coffee-To-Go-Becher kleinzukriegen

Biotope bekommen neue Infotafeln

Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat für den Stadtteil Beeden auf Initiative der Ortsvertrauensfrau Katrin Lauer zwei Informationstafeln genehmigt, die in den kommenden Tagen am Biotop und am Beeder Brünnchen aufgestellt werden sollen. Es handelt sich um jene Tafeln, die der Saarforst-Landesbetrieb bereits vor zwei Jahren an vielen Waldparkplätzen im Saarland aufgestellt hat, um Bürgern zu verdeutlichen, wie viele Jahre die Waldareale im Saarland benötigen, um bestimmte Müllarten kleinzukriegen.

Schon lange schlagen die saarländischen Förster Alarm angesichts zunehmender illegaler Müllablagerungen in den saarländischen Wäldern. Müll, der weggeschafft werden muss auf Kosten der Steuerzahler. Seit 2016 haben sich die Kosten für die Entfernung des illegalen Mülls im Wald nahezu verdoppelt, liegen inzwischen bei fast einer halben Million Euro, und das alleine im Staatswald mit seinen 37.000 Hektar Fläche. Die Förster kümmern sich zusätzlich um 8.500 Hektar Kommunalwald. Darüber, dass mancher Zeitgenosse seine Asbestplatten, seinen Elektroschrott und Sperrmüll über den Wald entsorgt, kann man zwar bloß den Kopf schütteln, doch das alleine reicht nicht.

Man sollte sich auch Gedanken  machen über die ungezählten Papiertücher, Plastiktüten, Kippen, Kaugummis und Flaschen, die täglich beim Spaziergang im Wald landen. Müll, für dessen Entsorgung die Selbstreinigungskräfte des Waldes bisweilen Jahrhunderte benötigen. Dafür sollen die Infotafeln an den Beeder Biotopen sensibilisieren. Spaziergänger, Wanderer, Jogger und Mountainbiker erfahren etwa, dass das Ökosystem des Waldes 80 Jahre braucht, um ein beschichtetes Bonbonpapier verschwinden zu lassen. Bis ein „To Go Becher“ unsichtbar wird, vergehen 50 Jahre. Papiertaschentücher können sich bis zu fünf Jahren gegen die Natur zur Wehr setzen, die PET-Flasche hält ihren Widerstand bis zu 450 Jahre durch. Getränkedosen überleben 500 Jahre, die Zigarettenkippe zehn Jahre und selbst eine Bananenschale schafft es auf drei Jahre. Autoreifen, Keramik, Styropor und Glas sind die gefürchtetsten Widerstandskämpfer gegen die Macht des Waldes. Der benötigt zwischen 2000 und 50.000 Jahren zur biologischen Zersetzung. Dass bei alledem die Materialbestandteile nicht besonders bekömmlich für den Wald und seine Tiere sind und das Grundwasser verunreinigen, ist keine Nebensächlichkeit.

Die Info-Tafeln passen gut zu dem Engagement der Ortsvertrauensfrau Lauer. Aktuell organisiert sie die Beteiligung möglichst vieler Homburger am World Cleanup Day am 18. September: „Auf meine Initiative und Organisation beteiligt sich die Stadtverwaltung Homburg an diesem Tag. Den entsprechenden Antrag stelle ich in der nächsten Ratssitzung, der Bürgermeister hat aber bereits seine Unterstützung zugesagt, wofür ich ihm danke.“ Bereits freitags, am 17. September, beteiligt sich vormittags die Beeder Grundschule mit 80 Kindern am Müllsammeln. Die Lehrer klären auf und sorgen für nachhaltige Bildung. Als Motivator gibt es von der Ortsvertrauensfrau danach eine kleine „fair trade“-Belohnung für die Kinder. Für den eigentlichen World Cleanup Day haben sich die drei Ortsvertrauensleute Katrin Lauer, Christine Maurer und Hans-Joachim Kellner überlegt, dass sie die Aktion „Kunst gegen Kippen“ unterstützen. Start ist um 11 Uhr auf dem Christian Weber-Platz. Die Aktion ist eine Initiative von Weltveränderer e.V. und Cleanup Saarland. Jeder ist zum Mitmachen aufgefordert. „Eine Cleanup Aktion für Erbach (Berliner Wohnpark) ist bereits organisiert. Alle Fraktionen, Ortsvorsteher/innen, Ortsvertrauensleute werden aufgefordert, mitzumachen“, so Lauer.

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